Geno-Rente
Der oft übersehene Vorteil der Genossenschaft

Wie Mitglieder über viele Jahre gemeinsam Werte schaffen – und warum daraus ein langfristiger Mitgliedervorteil entstehen kann

Die stille Vermögensbildung der Genossenschaften

Unter Umgehung der Interessen der Mitglieder auf Förderung haben viele Genossenschaften im Laufe ihrer Entwicklung über Jahrzehnte hinweg erhebliche wirtschaftliche Substanz aufgebaut. Ein großer Teil der erwirtschafteten Ergebnisse wurde nicht ausgeschüttet, sondern in Form von Rücklagen im Unternehmen belassen. Diese Praxis stärkt die Eigenkapitalbasis der Genossenschaften und trägt wesentlich zu ihrer Stabilität und Krisenfestigkeit bei, verhindert jedoch praktische Mitgliederförderung.

Gerade im Bankwesen, aber auch in anderen genossenschaftlichen Branchen, hat dieser langfristige Aufbau von Rücklagen eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Sicherheit der Organisationen gespielt. Die Genossenschaft wird dadurch unabhängiger von externem Kapital und kann ihre Aufgaben langfristig erfüllen.

Gleichzeitig führt diese Struktur zu einer besonderen Situation: Das im Laufe der Zeit aufgebaute Vermögen gehört zwar der Genossenschaft als juristischer Person, steht aber wirtschaftlich in engem Zusammenhang mit der Tätigkeit ihrer Mitglieder. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Geschäftsbeziehungen, gemeinsamer Nutzung der genossenschaftlichen Leistungen und einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Für das einzelne Mitglied bleibt dieser Zusammenhang jedoch häufig abstrakt. Anders als etwa Aktionäre einer Aktiengesellschaft oder Gesellschafter einer GmbH partizipieren Mitglieder einer Genossenschaft
grundsätzlich nicht am aufgebauten Unternehmensvermögen. Beim Ausscheiden aus der Genossenschaft erhalten sie - gesetzlich vorgeschrieben - lediglich ihr eingezahltes Geschäftsguthaben zurück
.
So entsteht im Genossenschaftswesen eine besondere Form der Vermögensbildung:
Ein erheblicher wirtschaftlicher Wert entsteht aus der gemeinschaftlichen Tätigkeit vieler Mitglieder über lange Zeit, ohne dass dieser Zusammenhang im Alltag der Mitgliederförderung immer sichtbar wird.

Vor diesem Hintergrund stellt sich eine naheliegende Frage:
Wenn Genossenschaften über Jahrzehnte hinweg wirtschaftliche Stärke und erhebliche Rücklagen aufgebaut haben,
  • welche Bedeutung kann dieser langfristig entstandene Wert für die Mitglieder haben, deren wirtschaftliche Tätigkeit zu seiner Entstehung beigetragen hat und
  • wie kann dieser wieder sichtbar gemacht werden?
Georg Scheumann
genossenschaftlicher Bankbetriebswirt
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