Der Gedanke der Geno-Rente richtet den Blick auf den langfristigen wirtschaftlichen Wert, der in vielen Genossenschaften über Jahrzehnte hinweg entstanden ist. Wenn dieser Zusammenhang stärker in die Mitgliederförderung einbezogen werden soll, stellt sich auch die Frage nach den steuerlichen Rahmenbedingungen.
Das heutige Steuerrecht ist auf zwei klassische Formen der Ergebnisverwendung ausgerichtet: auf die Rückvergütung, die an die wirtschaftliche Nutzung der Genossenschaft durch ihre Mitglieder anknüpft, und auf die Dividende, die sich am eingesetzten Kapital orientiert.
Die Idee einer langfristigen, strukturell angelegten Beteiligung der Mitglieder an dem über Jahrzehnte entstandenen Vermögen der Genossenschaft ist im geltenden Steuerrecht dagegen bislang nicht ausdrücklich vorgesehen.
Sollte ein solches Konzept künftig eine Rolle spielen, könnten daher gesetzliche Klarstellungen oder Anpassungen erforderlich werden. Ziel wäre es, sicherzustellen, dass eine mögliche Ausgestaltung der Geno-Rente steuerlich eindeutig eingeordnet werden kann und gleichzeitig mit den Grundprinzipien des Genossenschaftsrechts vereinbar bleibt.
Dabei wäre insbesondere zu klären,
wie eine solche Form der Mitgliederförderung steuerlich zu behandeln wäre,
wie sie sich von klassischen Gewinnausschüttungen unterscheidet und
wie der genossenschaftliche Förderauftrag auch steuerrechtlich angemessen berücksichtigt werden kann.
Die Idee der Geno-Rente versteht sich deshalb nicht als unmittelbar umsetzbares Modell, sondern zunächst als Denkanstoß für eine mögliche Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Rahmens.
Wie in der Vergangenheit bei vielen Entwicklungen im Genossenschaftswesen würde eine konkrete Umsetzung letztlich eine gesetzgeberische Klärung der steuerlichen Behandlung voraussetzen.
Die Idee der Geno-Rente möchte deshalb vor allem einen Gedanken sichtbar machen: Genossenschaften schaffen über Jahrzehnte hinweg wirtschaftliche Werte aus der gemeinschaftlichen Tätigkeit ihrer Mitglieder. Die Frage, welche Rolle dieser langfristig entstandene Wert für die Mitglieder spielen kann, verdient eine offene Diskussion.